Karate-Reise in den Oman

Anfang Februar unternahm ich eine Karate-Reise der etwas außergewöhnlichen Art.
Ich flog in den Oman, um dort am Gasshuku (Trainingslager) der JKA Oman teilzunehmen.
Veranstaltungsort war Nizwa, ca. 160 km von der Hauptstadt Muscat entfernt.
Die Frage, ob man extra in den Oman fliegen muss, um Karate zu trainieren, lässt sich natürlich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Trainingsmöglichkeiten gibt es hierzulande bzw. auch im
benachbarten Ausland genug.
Allerdings waren Berichte von Teilnehmern der letzten Jahre, die Möglichkeit, Karate mit einem Kurzurlaub in einer fremden Kultur zu verbinden, und natürlich auch die Aussicht auf Wärme und Sonnenschein die ausschlaggebenden Gründe für meine Entscheidung.

Am Samstag, den 04.02., ging’s dann von Frankfurt über Bahrein nach Muscat. Dort wurden wir
(ich schloss mich einer kleinen Gruppe an, die diese Reise bereits letztes Jahr gemacht hatte) dann vom Flughafen abgeholt und nach Nizwa gefahren.
Nachdem das Training erst Sonntag Abend begann, nutzten die meisten von uns die Zeit tagsüber schon mal für ein Sonnenbad am Hotel-Pool!
Trainer des Lehrgangs war Tatsuya Naka (7. DAN) aus dem JKA-Zentral-Dôjô in Tôkyô, welcher sichtlich überrascht war, mich dort zu sehen.

Das Training selbst war wie immer top und bestand natürlich aus den drei Hauptbereichen des
Karate: Kihon, Kata und Kumite. Allerdings war die Gruppenaufteilung etwas unglücklich gewählt, das soll aber nächstes Jahr geändert und verbessert werden.
Für die ausländischen Gäste (hauptsächlich Deutsche, aber auch zwei Österreicher, ein Franzose und ein Teilnehmer aus Uganda) wurde ein Shuttle-Service vom Hotel zur Sporthalle organisiert.
Das bedeutete zwar immer, sich zusammenquetschen zu müssen, aber bei einer Fahrzeit von 5 Minuten war es noch erträglich.
Die Organisation und Logistik war noch etwas holprig bzw. wies die eine oder andere Schwäche auf, vielleicht muss man sich aber auch einfach nur daran gewöhnen, nicht immer alles aus der
Sicht der deutschen Gründlichkeit zu sehen! Die Veranstalter waren sichtlich bemüht, vor allem
den ausländischen Teilnehmern eine schöne, erlebnisreiche Woche zu bieten.

Der Lehrgang ging von Sonntag bis Donnerstag. Nachdem tagsüber meistens Zeit war, organisierten die Omani für interessierte Gäste noch verschiedene Ausflüge, welche wir dankbar annahmen.
Das letzte Training wurde unter freiem Himmel abgehalten; anschließend gab es dann noch eine zweistündige Abschlusszeremonie, bei der die ganzen einheimischen Würdenträger, der japanische Botschafter und der omanische Sport-Minister anwesend waren.

Nach dem Lehrgang fand dann eine zweitägige Discovery-Tour (gegen Gebühr) statt: Zuerst Canyoning in einer atemberaubenden Landschaft mit anschließender Fahrt in die Wüste, wo wir den Sonnenuntergang bewunderten, grillten und unter freiem Himmel übernachteten. Ein absolut tolles Erlebnis!
Der zweite Tag bestand aus Besichtigungen und Baden in einem natürlichen Becken inmitten einer kargen Landschaft. Anschließend wurden wir zum Flughafen gefahren, wo es dann hieß, Abschied zu nehmen.
Am Sonntagmorgen hatte uns das kalte deutsche Winterwetter wieder! Ein Grund mehr, die gleiche (Karate-)Reise nächstes Jahr wieder zu machen!